Waldkraiburg - Einmal zu tief ins Glas geschaut und schon ist der Führerschein weg. Aber wer ist nach einer Maß noch fahrtüchtig und wer sollte lieber zu Fuß heimgehen?

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Mister Waldkraiburg Daniel Griener hatte in drei Stunden eine Radlerhalbe und eine Maß Bier: 0,4 Promille.
Nach fünf Minuten versucht sie es noch einmal und hat nur noch 0,48 Promille. "Da dürfen Sie gerade noch Auto fahren", sagt Polizeihauptmeister Thomas Lainer, der sich in seiner Freizeit für die Reportage am frühen Abend zur Verfügung stellte.
Bei dem Alkomaten handelt es sich nicht um ein gerichtsverwertbares Gerät. Es zeigt das Ergebnis in Milligramm pro Liter an. Um den Promillegehalt zu erhalten, wird der Wert verdoppelt, wie Polizeichef Marchner erklärt. 20 Minuten nach Trinkende sollte es erst zum Einsatz kommen. Das Ergebnis dient der Polizei als erste Einschätzung. Die Abweichung bei gerichtsverwertbaren Alkotestgeräten sei relativ gering.
Zum Einsatz kommen die Alkotester im Straßenverkehr, sobald die Polizei einen Verdachtsmoment hat, bietet sie dem Kfz-Lenker an, zu pusten. Wer über 0,5 Promille hat, bläst auf der Dienststelle nochmal in das gerichtsverwertbare Gerät und muss zur Blutentnahme.
Er berichtet von einem krassen Vorfall aus seiner Zeit bei der Ismaninger Polizei. Damals zog er einen Mann mit 3,4 Promille aus dem Auto. Dem sei das kaum anzusehen gewesen. "Ich hielt ihm vor, dass er ein starker Alkoholiker ist." Der Trinker machte einen Entzug und kam später zu Marchner, um sich zu bedanken. Durch den Vorfall habe der Mann sein Leben geändert.
Der erfahrene PI-Leiter weiß: Wer Alkohol gewohnt ist, kann auch mit einem Promille noch gut dastehen. Wer nie trinkt, kann mit 0,5 Promille schon Ausfallserscheinungen haben.
Graf Ignaz zu Toerring Jettenbach fackelt nicht lange und trinkt gleich eine Maß Alkoholfreies, weil er noch heimfahren muss. Er glaubt, dass er 0,0 Promille hat. Das Gerät bestätigt den 46-Jährigen.
Mister Waldkraiburg Daniel Griener grinst recht breit, als er pusten soll. Er hat vor Kurzem eine Maß Festbier geleert und davor eine Radlerhalbe getrunken. "Das spannt man schon", sagt der 24-Jährige. Er hat immerhin 0,4 Promille. "Mein Sprachzentrum ist schon betroffen. Ich bin ja noch gesprächiger als sonst."
0,12 Promille hat Stadtmarketingchef Makus Stern nach einem Glas Sekt und einer Halben Bier.
Peter Köhr darf schon nicht mehr Auto fahren, wie gut dass seine Frau Eva den Chauffeur spielt. Er pustet ins Gerät und hat nach einer Radler und einer Dreiviertel Maß 0,66 Promille. "Ich spür aber noch nix", sagt er zu Polizist Thomas Lainer, der die Röhrchen nach jeder Testperson gegen ein neues, steriles auswechselt.
"Mir hat der Angstschweiß vor dem Alkomat schon den ganzen Alkohol ausgeschwemmt", lacht Bürgermeister Siegfried Klika, als er kontrolliert wird. Er trank einen Caipirinha vor zwei Stunden und kürzlich eine Halbe Bier. Und steht mit 0,06 Promille super da.
"Ein Schreiner muss was vertragen", schmunzelt Markus Winter (32), als er nach einer Russenhalben 0,2 Promille hat. "Da feid no nix", sagt Lainer und gibt ihm augenzwinkernd das gebrauchte Mundstück und sagt lachend "das können'S herzeigen, wenn die Polizei sie Blasen lassen will."
Landrat Georg Huber wird ebenfalls von uns getestet: 0,32 Promille nach einer Halben Helles auf nüchternen Magen. Normalerweise müsse man 20 Minuten warten, weist der den Odnungshüter in Lederhose hin. Der beschwichtigt ihn: "Herr Landrat, das ist ja nicht gerichtsverwertbar."
Der "Spitzenreiter" an diesem Abend ist Bruno Distler, Ex-Polizist. Nach drei Maß Bier und einem halben Hendl zeigt das Gerät bei dem Ruheständler 0,82 Promille an.
kla/Mühldorfer-Anzeiger



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